Unbedenklichkeit: Funktion und Wirkung von Porofin
Porofin ist ein Abdichtungsmittel fĂŒr Bauwerke aus porösen Baustoffen (Mauerwerk usw.), die nachtrĂ€glich gegen die Aufnahme von Wasser geschĂŒtzt werden sollen. Durch die Injektion von Porofin in Mauerwerk wird dieses wasserabstossend (hydrophob). Da in den meisten AnwendungsfĂ€llen das zu behandelnde Mauerwerk nass ist, muĂ das Hydrophobiermittel besondere Eigenschaften aufweisen, um unter dieser Bedingung ein Eindringen und eine Verteilung des Wirkstoffs zu ermöglichen.
Um in eine wassergefĂŒllte Baustoffpore eine andere FlĂŒssigkeit (Porofin) hineinzubringen benötigt man verstĂ€ndlicherweise Druck, um die bereits vorhandene FlĂŒssigkeit (Wasser) zu verdrĂ€ngen. Diesen benötigten Druck kann man mit GerĂ€ten erzeugen. Die Naturgesetze bieten allerdings auch eine zweite Möglichkeit, den Kapillardruck.
Der benötigte Kapillardruck entsteht bei der Porofin-Anwendung in den Baustoffporen, weil Porofin sich nicht mit Wasser mischt und eine wesentlich niedrigere OberflĂ€chenspannung als Wasser besitzt. Das fĂŒhrt dazu, dass Porofin in das vorhandene Wasser eindringt und dieses in andere Poren verdrĂ€ngt.
Sobald Porofin die Porenwand erreicht, wird auf dieser ein wasserabstossender Kunststoff-Film abgeschieden. Der Baustoff erhÀlt so eine wasserabstossende Zone, in die kein weiteres Wasser eindringen kann. Erreicht wird das durch einen speziellen Kunststoff, der in dem nichtwassermischbaren Lösemittel löslich ist.
Welches Lösemittel wird verwendet?
Es gibt einige Tausend organische Lösemittel, von denen viele harmlos, etliche bedenklich und manche fĂŒr den Menschen oder die Umwelt gefĂ€hrlich sind.
Wir haben uns eines der harmlosesten Lösemittel ausgesucht, das Paraffin. Paraffine gibt es von dĂŒnnflĂŒssig bis fest (die meisten Kerzen bestehen aus Paraffin). Leider haben Paraffine keine sehr guten Löseeigenschaften.
Wir muĂten daher solange forschen, bis wir einen Wirkstoff (Kunststoff) gefunden hatten, der sich in sehr dĂŒnnflĂŒssigem Paraffinöl auflösen lĂ€sst.
Paraffinöle sind unbedenklich und finden vielseitige Verwendung. Sie sind in einigen milden AbfĂŒhrmitteln enthalten und wirken hier als Gleitmittel fĂŒr den Darm, denn Paraffine werden so ausgeschieden wie sie eingenommen wurden. Auch in kosmetischen PrĂ€paraten, z.B. in Sonnenschutzmitteln, werden Paraffinöle als Lösemittel fĂŒr den Lichtschutzwirkstoff verwendet.
FĂŒr Fachleute und ökologisch Interessierte folgen einige ökologische und toxikologische Daten des verwendeten Lösemittels:
Analyse
Paraffine: 100%
Aromaten: 0,0001%
Benzol: 0%
Geruch: praktisch geruchlos
ToxizitÀt, Biologische Abbaubarkeit
LD50 Ratte, oral 19.000mg / Kg*
LD50 Ratte, inhalativ 2.500mg / Kg*
Regenbogenforelle 1.000mg / Kg*
Daphnia magna 1.000mg / Kg*
BSB20, 20°C Th OD 60-65
Hautreizung: keine
Augenreizung: keine
Schleimhautreizung: keine
Sensibilisierung: nein
*Obige Daten beziehen sich ausschliesslich auf das Lösemittel. Die starke Hydrophobier - Wirkung von Porofin ist in der Praxis zu berĂŒcksichtigen.
